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12 Die Entscheidung: Ich oder wir
Als unsere Tochter uns von einem Paar erzählt, mit dem sie sich angefreundet hat, erinnere ich mich, das Gleiche erlebt zu haben, wie das, was die beiden eben durchmachen: Täglich nach der Arbeit besuchte ich zuerst meine Mutter (mein Vater war früh gestorben) und tauschte mich mit ihr aus. Manchmal hatte sie auch Kaffee und Kekse, dann dauerte der Besuch entsprechend lange. Tja, dann kam ich zu meiner Familie. Meine Frau hatte den Tisch hübsch gedeckt, ein leckeres Stück Kuchen gekauft (oder selbstgebacken) und wunderte sich, wo ich wohl steckte.

Ihr könnt euch vorstellen, wie sie reagierte, als ich ihr von meiner Mutter erzählte. Für mich war klar, dass ich mich um meine Mutter kümmere, meiner Frau war klar, dass wir die Familie sind, ich also zuerst zu ihr gehöre. Eines Tages hatten wir dann darüber echt Streit wonach mir klar wurde, dass meine Frau und meine Familie die erste Priorität hat, nicht mehr meine Mutter. Und ich lernte, mich dementsprechend zu verhalten.
 
Spielregeln:
Die Prioritäten eures Lebens könnt ihr in einem gemeinsamen Gespräch für euch festlegen. Bei uns war das:
1.    Die persönliche Beziehung zu Gott
2.    Die Beziehung zum Ehepartner und der Familie
3.    Matthäus 6,33
4.    Die Arbeit
5.    Die Anderen, die Gemeinde…
Und diese 5 Punkte wollen dann detailliert und mit Leben gefüllt werden.
 
Details:
Ziemlich am Anfang der Bibel hat Gott uns einen guten Tipp gegeben als Grundlage eines gelingenden Ehelebens. In 1. Mose 2, 24 sagt er uns: Ein Mensch wird seine bisherige Familie in der er gross geworden ist VERLASSEN und er wird seinem Ehepartner ANHANGEN und dann werden sie ein Fleisch. Mit Beginn der Ehe beginnt also etwas Neues. Ihr zwei seid jetzt eins, verstanden? Klar darf jeder noch seine Hobbys haben und auch eigene Freunde, aber macht euch doch mal Gedanken darüber, was es heisst, EINS zu sein. So schuf Gott den Menschen als Einheit, als Mann und als Frau, als EINS (in seinen Augen). Aber jetzt kommen zwei Individuen, zwei Egoisten zusammen und heiraten. Und jetzt sollen sie EINS werden, ihren Egoismus ablegen und entdecken, was es heisst, als EINS durchs Leben zu gehen. Vom ich zum wir, diesen Prozess muss man durchlaufen.

 

Wolfgang Spatz

 

 

76c3.jpgWolfgang und Ingelore Spatz sind Familienberater/-referent UofN, prepare/enrich, TeamF, EBK-Berater, PePP Workshop-Anleiter in Ausbildung

 

 

 
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