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Dienstag, 20. Mai 2008 Nach einer Informationsreise des Landtagsbildungsausschusses nach Finnland sehen die CDU-Politiker Michael Panse und Volker Emde die Thüringer Familien- und Bildungspolitik auf dem richtigen Weg. Am Beispiel Finnland zeige sich, dass Wahlfreiheit und Anerkennung häuslicher Betreuung und Erziehung und die Vielfalt und Eigenverantwortung von Schulen die Schlüssel zum Erfolg sind.
Den Eltern wird in Finnland nach den Worten Panses Vertrauen entgegengebracht, statt ihnen, wie bei Thüringens Oppositionsfraktionen verbreitet, Fürsorglichkeit und Kompetenz abzusprechen. Der CDU-Sozialpolitiker hält es für "bemerkenswert", dass Finnland mit einem ausgebauten Betreuungsgeldsystem und vergleichsweise niedrigen Besuchsquoten in den Kindertagesstätten dennoch immer wieder zu den PISA-Siegern gehört. "An der These, dass nur durch den möglichst frühen Kita-Besuch Bildungs- und Lebenschancen gesichert werden, kann also offensichtlich etwas nicht stimmen", sagte der Landtagsabgeordnete. Die Fakten zum Weg der Kinder durch die Vorschuljahre liegen laut Panse "quer zu den von der LINKEN und der SPD immer wieder propagierten staatsfixierten Vorstellungen." "Belohnung für Eltern" In den ersten drei Lebensjahren ihrer Kinder erhalten die Eltern ein monatliches Betreuungsgeld von mindestens 294,28 €, das durch Geschwisterboni und am Vorverdienst orientierte Zuschläge noch steigen kann. Ein reduzierter Satz wird bis zur Einschulung mit 7 Jahren gezahlt. "Die Summen entsprechen etwa der kommunalen Fördersumme für einen Kita-Platz und werden nur an Eltern gezahlt, die sich für die häusliche Erziehung entscheiden", erläutert Panse. Im Bildungsministerium sei dies ausdrücklich als "Belohnung für Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen", bezeichnet worden.
Wie der Sozial- und Familienpolitiker sagte, "beeinträchtigt das finnische Modell offensichtlich weder Kinder noch Mütter in ihren Entwicklungschancen. 47 % der Berufstätigen in Finnland sind Frauen. Wohltuend ist, dass Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen und erziehen, vom Staat unterstützt und keineswegs gesellschaftlich diskreditiert werden. Das wünsche ich mir auch für Deutschland. Der wichtigste Satz, den ich in Finnland gehört habe, lautet: Wir vertrauen unseren Eltern einfach."
Mehr Vielfalt und Eigenverantwortung Mit der Zielstellung, die Eigenverantwortlichkeit der Schulen zu stärken und tendenziell die Rolle der Kommunen in der Bildungspolitik auszubauen, liege Thüringen genau richtig. Das betonte der CDU-Bildungspolitiker Volker Emde im Anschluss an die Informationsreise nach Finnland. Nicht in einer größeren Vereinheitlichung, sondern in mehr Vielfalt und Freiheit liege der Schlüssel erfolgreicher Bildungspolitik.
Der Bildungsausschuss hat sich laut Emde in mehreren Gesprächen vor allem über die Zuständigkeit der Gemeinden für ihre Schulen und die Entwicklung der Unterrichtsqualität informiert. Wie der Bildungspolitiker erläuterte, liegen die jährlichen Ausgaben mit 6000 € je Schüler etwa auf dem Niveau Thüringens. Kennzeichnend für das finnische Bildungssystem sei die große Verantwortung der Gemeinden. Sie stellen das Schulpersonal ein und sind verpflichtet, die knapp gehaltenen Rahmenlehrpläne auszufüllen. Außer einem landesweiten Zentralabitur in vier Fächern gibt es keine weiteren Erfolgskontrollen.
Vertrauen in hoch qualifizierte Lehrer Das gute Abschneiden Finnlands bei den im Land selbst kaum ernst genommenen PISA-Tests erklären die Gesprächspartner laut Emde mit dem ausgeprägten Vertrauen in die hoch qualifizierten Lehrer und ihre großen Spielräume. So könnten sie etwa Schulbücher völlig frei wählen. Überdies läsen Schüler viel finnische und englische Literatur. Dies sei nach Meinung des Instituts für Unterricht ein weiterer Faktor für erfolgreiche Bildung.
Wie der CDU-Bildungsexperte abschließend sagte, "gehört die These, das finnische Bildungswesen sei mehr oder weniger von der DDR inspiriert, nach diesem Besuch für mich endgültig in das Reich der Legenden. Durch die großen Freiräume vor Ort gibt es hier eine produktive Vielfalt, die selbst jene in unserem zweigliedrigen Schulsystem weit übersteigt. Mit dem engen Korsett der alten zentralistisch gesteuerten Einheitsschule hat dieses Bildungssystem absolut nichts zu tun." Quelle: CDU Thüringen http://cdu-thueringen.de/Nachricht.144+M5a39c84b41c.0.html (25,5.2008)
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