"Postmodernes Denken" und "Die Rolle von Mann und Frau" Der internationale FDS-Kurs, der am 29. März 2009 begonnen hat, ist jetzt vollständig: Celestine Razanadrafara aus Madagaskar, die dort lange auf ihr Visum für Deutschland warten musste, ist inzwischen auch in Hainichen (Sachsen) angekommen. Die Familiendienst-Schule hat nun 19 Teilnehmer. Die zweite Unterrichtswoche der dreimonatigen FDS (6. - 9. April) war besonders inhaltsreich; auch die Themen waren, wie man von Teilnehmern und Mitarbeitern hören konnte, anspruchsvoll: "Die biblischen Aussagen über die Rolle von Mann und Frau" und "Postmodernes Denken und andere Faktoren, die unsere Ehen kaputt machen".

Zuerst unterrichtete Frank Bauer vom Hurlacher JMEM-Zentrum über die Postmoderne und andere Denkrichtungen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Bei diesem philosophiegeschichtlichen Überblick ging es v. a. um den Einfluss auf das Ehe- und Familienverständnis unserer Zeit. In seinen zentralen Thesen wies Frank Bauer auf folgende Zusammenhänge hin: - Dass heute so viele Ehepaare unglücklich sind oder sogar auseinandergehen, ist letztlich eine Auswirkung davon, dass Menschen in ihrer Weltanschauung und Lebenspraxis ohne Gott auskommen wollen. - Wer sein Leben nur auf Gefühlen aufbaut und die Wahrheitsfrage nicht ernst nimmt, bekommt zwangsläufig Probleme. In der Ehe führt das zu der absurden Schlussfolgerung: “Wenn ich mich nicht mehr verliebt fühle, ist auch unsere Ehe am Ende.” Dagegen kann man aus der biblischen Offenbarung lernen, dass Liebe viel mehr ist als Gefühl und dass das Fundament der Ehe breiter und stabiler sein muss als die Gefühle zum Partner. - Von der “Kontrastkultur der Christen” im römischen Reich mit ihrer geschwisterlichen Solidarität können wir einiges lernen, weil in unserer heutigen Spaßgesellschaft vieles ähnlich ist. Besonders brisant: Der Schutz des menschlichen Lebens ist nicht mehr ethischer Grundkonsens in unserer Gesellschaft. Dagegen führen das biblische Menschenbild (vgl. Psalm 139) und die Ethik Jesu zum Schutz von Ungeborenen, von Schwachen, Kranken und Alten. 
Frank Bauer Im zweiten Teil der Woche stellten Eberhard und Claudia Mühlan die Ergebnisse ihrer intensiven Beschäftigung mit den biblischen Texten über Mann und Frau vor. - Eberhard Mühlan betonte, dass solide Interpretationsmethoden ein präziseres Verständnis und die Überwindung von verzerrenden Vorverständnissen ermöglichen. Dementsprechend warnte er davor, bei der Bibelauslegung die eigene Kultur oder gewünschte Resultate in die betreffenden Texte hineinzuinterpretieren. Bei genauem Hinsehen kann man in den biblischen Texten, in denen man vielleicht klare Aussagen über die Vorrangigkeit oder Überordnung des Mannes erwartet oder gar frauenfeindliche Ansichten vermutet, auch ganz andere, überraschende Gedankengänge entdecken: So wird in der Bibel - anders als in den Religionen vieler umliegender Länder - durchgängig erkennbar, dass die Unmittelbarkeit der Gottesbeziehung kein Privileg der Männer ist; schon im Alten Testament kann man das an vielen Stellen erkennen. - Claudia Mühlan gab u. a. einen Überblick über das Rollenverständnis in verschiedenen antiken Kulturen und Philosophien, im Alten Testament und Judentum sowie in der Kirchengeschichte. Besonders folgenreich war offenbar das Denken des Aristoteles (384-322 v. Chr.): Seine Ansicht, die Frau sei nur „ein unvollständiger Mann“, beeinflusste auch christliche Denker und prägte über Jahrhunderte die akademische Diskussion. Demgegenüber machen die biblischen Texte über die Schöpfung klar: Mann und Frau sind "im Bilde Gottes" geschaffen (1 Mose 1,27).

Claudia und Eberhard Mühlan Stephan Schmid, der FDS-Leiter, meinte zu dieser besonders intensiven Phase: "Der Unterricht der letzten Woche war so gehaltvoll, dass wir jetzt eigentlich zwei Wochen bräuchten, das alles zu verarbeiten ..."
Die internationale Familiendienst-Schule hat am 29. März 2009 im Hainicher Jugend- und Familien-Zentrum von Jugend mit einer Mission (JMEM) begonnen. Die FDS-Ausbildung zum Familienberater, die im Rahmen der JMEM-Hochschule University of the Nations (UofN) angeboten wird, besteht aus einem dreimonatigen Intensivkurs, an den sich ein achtwöchiges Praktikum anschließt. Die 19 Teilnehmer, die aus Deutschland, Bulgarien, England, Madagaskar, den Niederlanden, der Schweiz und von den Philippinen kommen, werden bis zum 19. Juni in Hainichen sein. - Weitere Informationen über dieses Pionier-Projekt sind auf der FDS-Info-Seite zu finden. Kontakt: JMEM Familiendienst Berthelsdorfer Str. 7 09661 Hainichen
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